Autor: Andreas Schmittberger
Die Idee leuchtet ein: Eine Tin Whistle ist kostengünstig, haltbar, leicht zu transportieren und eignet sich deshalb für den Musikunterricht. Das schmale Heft enthält knapp 90 Stücke und Lieder verschiedener Stilrichtungen für SchülerInnen ab neun Jahren.
Die Reihenfolge ist so gewählt, dass die SpielerInnen nach und nach immer mehr Töne lernen und gleichzeitig so viel Musiktheorie, wie sie für die einzelnen Stücke benötigen. Obwohl systematisch aufgebaut, handelt es sich nicht um einen vollständigen Lehrgang. In regelmäßigen Abständen sind zwischen die Stücke Übungen eingeschoben, die der Koordination Finger – Atem – Zunge dienen und in einfachen Worten erklären, worauf man beim Spielen achten soll. Dem Autoren geht es ums praktische Musizieren. Häufig gibt es einige Informationen zur Entstehung oder Funktion der Musik, manchmal auch Anregungen für die Beschäftigung mit weiteren Musikstücken. z.B. Titel eines bekannten Jazz-Musikers oder Honneggers „Pacific 231“ (zum Thema Tempo und Rhythmus).
Mehrere Stücke eignen sich für den fächerübergreifenden Unterricht (Biologie, Erdkunde, Englisch, Geschichte), vereinzelt finden sich Hinweise für leistungsdifferenzierte Aufgaben. Insgesamt sind alle Stücke ohne großen Aufwand zu erweitern oder zu vereinfachen.
Selbstverständlich können Tin Whistles durch andere Instrumente ersetzt werden. Alle Lieder sind mit Akkordsymbolen und häufig mit Begleitstimmen versehen. Die beigefügte CD bietet 24 Playbacks und lässt sich im Übrigen für Höraufgaben nutzen, weil sich Arrangements, Rhythmen oder Harmonien in einigen Fällen von den abgedruckten Noten unterscheiden.
(Rezension in "Musik in der Grundschule" 2/2011)
Eine erfrischende Möglichkeit des Klassenmusizierens!
Auf einen besonderen Aspekt möchte ich hinweisen: Häufig bringen Schüler in der 5. Klasse eine Grundfertigkeit auf der Blockflöte mit. Durch das Klassenmusizieren mit der Tin Whistle ist es auch diesen Schülern möglich, dem Unterricht motiviert zu folgen, weil es eben eine neue Herausforderung ist.
Die Vielfält der Musikstile ist begrüßenswert.
Die Grifftabelle zum jeweiligen Stück und die Hinweise auf die Besonderheiten der einzelnen Stücke sind weitere pädagogisch geschickte Hilfen bei der Erarbeitung.
In seiner Tin-Whistle-Schule berichtet der Autor Andreas Schmittberger von seinen positiven Erfahrungen mit diesem Instrument beim Klassenmusizieren mit Kindern ab 9 Jahren.
Ein umfassendes Einführungskapitel gibt hilfreiche Tipps aus der pädagogischen Praxis, die anschließende Übungssammlung richtet sich direkt an die Schüler, sodass das Buch auch zum Selbststudium verwendet werden kann.
Die Flötenschule enthält eine Grifftabelle, 27 leicht spielbare Lieder und Instrumentalstücke in ansteigendem Schwierigkeitsgrad, Musik verschiedenster Stile und Herkunft (z. B. Folk-Klassiker und -Neuschöpfungen, Filmmusik, Blues, Kinderlieder, afrikanische Kwela-Musik, aber auch Werke von Klassikern wie Bach, Beethoven und Mozart), dazu vorbereitende Übungen und weiterführende Spielideen, sowie Hintergrundinformationen und CD-Tipps zum Weiterhören.
Alle Lieder sind mit den Songtexten (z. T. mit deutschen Übersetzungen) sowie mit Akkordsymbolen für eine einfache Gitarrenbegleitung versehen, zu vielen Stücken gibt es Begleitsätze für Klavier oder andere variable Besetzungen.
Die Playback-CD mit variabel und sehr originell gestalteten Arrangements ermöglicht ein freudvolles Musizieren vom ersten Stück an.
Ein Heft, das Lust macht auf das Kennenlernen der Tin Whistle, die sich wegen ihrer leichten Erlernbarkeit und – nicht zuletzt auch wegen ihres geringen Preises – hervorragend für das Klassenmusizieren eignet.
(Seminarrektorin auf: www.regierung.oberbayern.bayern.de)