Autor: Babette Dieterich (Text) und Uli Führe (Musik)
Uli Führe, Musiker, Komponist, Textautor und vielen GrundschullehrerInnen durch seine Kinderlieder-Triligie „Mobo Djudju“ bekannt, hat schon mehrere erfolgreiche Minimusicals für die Grundschule geschrieben und im Fidula-Verlag herausgegeben, die meisten in Zusammenarbeit mit Jörg Ehni. Das Musical „Randolfo und der eine Ton“ entstammt textlich aus der Feder von Babette Dieterich, einer Gesangslehrerin und Früherzieherin aus der Nähe von Stuttgart. Auch diese Verbindung erweist sich als sehr produktiv und ideenreich.
„Randolfo und der eine Ton“ ist ein märchenhaftes Waldmusical, in dem viele Darsteller – Tiere und Menschen – vorkommen. Ein Umstand, der für die Umsetzung mit einer Klasse oder AG wichtig ist, denn alle SchülerInnen können in das Spiel mit einbezogen werden.
Die Handlung des Musicals ist schnell erzählt: Randolfo, ein traumatisierter stummer Junge, wird von den anderen Kindern oft gehänselt. Trost findet er bei einem Baum im Wald. Hier schenkt ihm die Fee Rubella ein wundersames Stöckchen, auf dem nur ein Ton geblasen werden kann. Spielt Randolfo „den Ton des Waldes“, so fühlen sich alle Tiere zu ihm hingezogen. Das beeindruckt und erstaunt die Kinder, die ihn vorher geärgert haben, sehr. Am Ende des Stückes gewinnt Randolfo seine Stimme wieder, und die Kinder nehmen ihn in ihre Gemeinschaft auf.
Mit 45 Minuten Spielzeit ist das Musical sicher zu lang und umfangreich für gewöhnliche Schulfeste wie Einschulungs- und Abschlussfeiern, daher eher für einen extra angesetzten Aufführungstag gedacht. Da auch das Einüben viel Zeit in Anspruch nimmt, eignet es sich sehr gut für Arbeitsgemeinschaften, die in der Regel über ein halbes Jahr gehen und zu denen sich besonders interessierte Kinder melden. Auch bei einer Aufteilung der Aufgaben an mehrere Lehrkräfte (Theaterspiel, Musik, Kostüme und Kulisse), wie es z. B. bei Projekttagen üblich ist, erscheint der Arbeitsaufwand überschaubar. Hilfreich sind die von der Autorin angegebenen Inszenierungstipps und die Besetzungsliste, die sich in der Gesamtausgabe befinden.
Die Musik ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Einige Lieder sind leise und besinnlich, andere laut und fröhlich. Alle Lieder sind in Tonarten, die gesanglich gut von GrundschülerInnen bewältigt werden können. Zu allen Liedern gibt es ein von Kindern gesungenes Original und ein Instrumentalplayback. LehrerInnen, die lieber „Musik per Hand“ spielen, finden eine Klavierstimme mit Gitarrenakkorden in der Gesamtausgabe oder können Notendateien im capella-, Finale-, MIDI- und XML-Format beim Verlag erwerben.
Ein gelungenes Kindermusical, das Aufführenden und Zuschauern viel Spaß machen wird.
(Rezension in „Musik in der Grundschule“ 3/2011)
Die Entfremdung des Menschen von der Natur, seine Unfähigkeit auf die „Töne der Natur„ zu lauschen, verwoben mit der Geschichte um einen stummen Jungen, eingebettet in ein märchenhaftes Szenario, dies ist Inhalt des von Babette Dietrich geschriebenen und Uli Führe vertonten Musicals „Randolfo und der eine Ton“ aus dem Fidula-Verlag.
Projektbezogen im Rahmen des Lernbereichs „Wald“ ist das Werk, welches die Protagonisten Tiere des Waldes, Fee, ein stummer Junge und eine Kindergruppe aufführen, darüber hinaus, aufgrund seines sozial-und werterziehlichen Grundtenors auch fächerübergreifend einsetzbar. Der sängerische und instrumentale Anspruch des Stückes spricht für den Einsatz in der Altersgruppe der 8 bis 12-Jährigen.
Die Lieder und Chorstücke sind gekennzeichnet von einprägsamen und abwechslungsreichen Melodien und Rhythmen, in einem der Kinderstimme angemessenem Tonumfang und adäquater Stimmlage. Die gewählten Tonarten sind mit gängigen Instrumenten wie Flöten und auch dem Orff'schen Instrumentarium in der Begleitung bewältigbar.
Die Klavierbegleitung stützt in der Regel die Singstimmen, weitere Instrumente können, je nach gegebenen instrumentalen Möglichkeiten die Klavierbegleitung verdichten. Hilfreich für die Umsetzung sind die Angaben der Autoren zu Bühnenbild und Requisiten.
(Rezension im "Oberbayerischen Schulanzeiger", Juni 2011)