Autor: Wieland Kleinbub
Mit „Morgenstern, Schiller & Co" ist es dem Komponisten Wieland Kleinbub gelungen, jungen Choristen berühmte Gedichte deutscher Meister auf pfiffige Art neu zugäng-lich zu machen. Elf sorgfältig ausgewählte Gedichte (z.B. „Schläft ein Lied in allen Din-gen" und „Frühling lässt sein blaues Band") erklingen in angejazzten Harmonien und au-ßergewöhnlichen Skalen, de-nen man im Liedbereich selten begegnet. Dabei beflügeln Ton und Wort ein-ander gegenseitig, wie etwa im Lied von Schillers „Rätsel-brücke", die in einer Ganzton-leiter zum Himmel steigt und gleichsam das Regenbogen-Wunder nicht nur vor dem in-neren Auge, sondern auch vor dem inneren Ohr Farbe an-nehmen lässt.
Wenn man sich das Gesicht Wilhelm Buschs beim Anhören seines Gedichts „Es sitzt ein Vogel auf dem Leim" als Samba vertont vorstellt, gerät man unwei-gerlich ins Schmunzeln. Die Erarbeitung dieser – teils kniffligen, teils sehr eingängigen – Melo-dien und Rhythmen ist be-stimmt für jeden Chor eine lohnende He-rausforderung und willkom-mene Abwechslung in der sonst vorherrschenden Vier-viertel-Dur-Monotonie.
Bei der Einstudierung kann die dazu erhältliche CD hel-fen, die alle Lieder als schöne Einspielungen eines Unter-stufenchors mit Band präsen-tiert und sämtliche Titel auch als Playbacks bereitstellt. Das Liederheft selbst enthält eine recht einfache und doch sehr effektive Klavierbegleitung und zusätzliche Akkordbe-zeichnungen für weitere In-strumente einer Band.
Neu erschienen ist in diesem Jahr (2010) ein Heft mit Schauspiel-text für eine „Musical-Revue". Sämtliche Dichter treten hier mit treffenden Requisiten und sehr unterhaltsamen Dialogen auf, die eine wirklich gelungene Verbindung zwi-schen den Liedern herstellt, ohne belehrend zu sein oder sich in die Länge zu ziehen. Es bietet sich eine fächerüber-greifende Zusammenarbeit zwischen Chor, Band, Deutsch-kurs und Theatergruppe an, die bestimmt bei allen Betei-ligten lange positiv in Erinne-rung bleiben wird!
(Rezension von Alexandra Ziegler in Neue Chorzeit – Zeitschrift des Deutschen Chorverbandes Juni 2010)
Vertont sind 11 Gedichte der Klassiker von „Wer sich die Musik erkiest“ (Martin Luther) bis hin zu „Humor“ von Wilhelm Busch in leicht jazzigem Stil mit zum Teil starker Nähe zum Liedermacher-Genre, klanglich sehr interessant und farbig. Wieland Kleinbub stellt sie vor mit den Worten „Sie bieten Abwechslung im Chor, Musik- und Deutschunterricht“. Und das tun sie tatsächlich. Die Absicht, die auch dahinter steht, klassische Gedichte wieder in den Fokus zu rücken, ist mehr als lobenswert.
Schön sind Wielands Ideen für den Einsatz der Lieder. Ein Versuch lohnt.
(Rezension in: „Kirchenmusikalische Mitteilungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart“, April 2009)
Klassiker der deutschen Dichtkunst – im Hause Fidula nicht zum ersten Mal in erfrischender Weise mit neuem Leben versehen. Der Autor Wieland Kleinbub (Jg. 1961) ist Lehrer, Sänger, Chorleiter und Pianist. Diesmal wurden elf Texte vertont, die nicht nur die Chorarbeit, sondern auch den Musik- und Deutschunterricht inspirierend bereichern könnten: Die leicht, aber raffiniert gesetzten kurzen Arrangements für eine Singstimme und angejazztes Klavier (mit Akkordangaben) umhüllen in unterschiedlichen Stilen Texte von Luther, Morgenstern, Goethe, Eichendorff, Claudius, Busch und Heine. Der Darbietung und weiteren thematischen Ausgestaltung sind mit diesen Vorlagen keine Grenzen gesetzt.
(Rezension in „Jazz-Zeitung“, April 2009)