Autor: Martin J. Junker
In dieser Ausgabe sind Vorwort und Einführung sehr hilfreich und von Nöten in Anbetracht des äußerst speziellen Themas. Das Heft ist (incl. einiger s/w-Fotos) logisch aufgebaut und behandelt Techniken, Einspielübungen, Übungspatterns für Ensembles, 2 Vortragsstücke für Ensembles und endet mit der Suite ‚Tubular Music‘, deren 4 Sätze tatsächlich so vertraute Titel tragen wie Groove, Walzer, Rondo, Marsch. Versandadressen runden das gelungene Heft ab. Eine Bereicherung für Jazzmusiker, mit-reißend!
(in: ,,Jazz-Zeitung" 11/03)
Mitte der neunziger Jahre wurden „boomwhackers“, gestimmte Kunststoffröhren, die in diatonischen Sätzen erhältlich sind, in den USA entwickelt. Nun ist auch endlich das erste deutschsprachige Buch mit Übungen und Vortragsstücken für dieses reizvolle Instrumentarium als Band 5 in der Metronomics-Reihe erschienen. Boomwhackers werden einzeln oder paarweise gespielt, weshalb ihr Einsatzbereich auf das Ensemblespiel abzielt. Die Klangerzeugung erfolgt über das Schlagen der Röhren gegen den Oberschenkel, gegen die Hand oder durch Aneinanderschlagen zweier Boomwhackers. Diese grundlegenden aber auch ausbaufähigen Anschlagtechniken werden eingangs anhand von Bildern erläutert. Der Klang der Boomwhackers ist als kurz und pizzicatoartig zu beschreiben.
Das auch dank seiner Zweifarbigkeit grafisch sehr ansprechende Buch bietet eine Reihe von Einspielübungen, Patterns, Breaks sowie die viersätzige Suite „Tubular Music“ für Boomwhacker-Quartett. Alle Stücke basieren auf der Verwendung eines diatonischen Satzes (c‘-c‘‘) ohne Begleitung durch andere Instrumente. Die Spielstücke liegen im traditionellen Notensatz als Partitur vor.
Stilistisch ist die Palette von Minimal-Music-artig bis traditionell (Groove-Walzer-Rondo-Marsch) gefächert. Dank der guten zielführenden didaktischen Strukturierung können in relativ kurzer Zeit sehr gute Erfolge erzielt werden. Das Buch richtet sich somit nicht nur an Perkussionisten, sondern kann gleichermaßen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Rahmen der Musikerziehung an allgemein bildenden Schulen sowie an Musik- und Hochschulen eingesetzt werden. Wünschenswert wäre eine beiliegende CD, die einen Klangeindruck dieses neuartigen Instrumentariums vermittelt.
(in: „percussion creativ newsletter“ Dez/Jan 2003/04)
Wer kennt sie noch nicht, jene bunten pentatonisch, diatonisch oder chromatisch gestimmten Röhren, welche immer mehr Anhänger finden in der Elementaren Musikpädagogik, der freien Gruppenimprovisation, im Instrumentaltunterricht ebenso wie durch Spielstücke für die ganze Schulklasse? Nicht zufällig hat auch die Gruppe STOMP sie bereits für sie vereinnahmt. Ob eher traditionell dem Orffschen Geist verpflichtet, poppig-jazzigen Arrangements mit oder ohne Playback, oder ob vielmehr an ethnisch orientierter Perkussionsmusik bis zur Minimal Music oder anderweitig an experimentell Neuer Musik orientiert - Boomwhackers sind vielseitig einsetzbar auf Grund ihrer leichten Spielbarkeit und unproblematisch in Organisation und Finanzierung.
Diese und andere Vorzüge beschreibt Martin Junkers in seinem vom Verlag Fidula bereits vor den vergleichbaren Editionen Schotts und Helblings herausgebrachten Band. Im Gegensatz zu diesen wählt Junker einen eher vom klassischen Schlagwerkunterricht mit Latin- bzw. Minimal Music-Elementen motivierten Ansatz unter Verzicht auf popmusikalische Elemente. Das Heft ist übersichtlich gegliedert in einen Einführungsteil mit Erläuterungen zu Instrumentarium und vielfältigen Spieltechniken, Ensemble-Einspielübungen und Übungspatterns. Darauf folgen zwei kurze, einfache Vortragsstücke sowie eine Suite in 4 Sätzen für Boomwhacker-Quartett in gehobenem Schwierigkeitsgrad (Groove, Walter, Rondo, Marsch). Das Heft ohne CD ist traditionell notiert (ohne spezifische grafische Zeichen), rhythmische Vorkenntnisse sind daher Voraussetzung. Anordnung der 4-8 Stimmen ist meist in Partiturschreibweise (ohne Blocksatz z. B. für Klavier), konzipiert für diatonisches Boomwhackerset c'-c" (chorisch besetzbar).
(in: ,,Musikerziehung" 12/2005)