Autor: Andreas Schmittberger
Hier gibt es viel Musik, die auch für Jungen attraktiv sein dürfte. Und das nicht nur wegen der Thematik, sondern weil man auf der CD singende Jungen erlebt (und Mädchen natürlich auch) und weil die Musik einfach wunderbar nach Piraten, Holzbein, Augenklappe, geblähten Segeln und wankenden Planken klingt.
In den Eigenkompositionen greift der Autor auf verschiedene Stile zurück (vom Reggae bis – natürlich – zum Shanty) und ergänzt diese durch Traditionals (z. B. eine provenzalische Volksmelodie), die in ihrem Ausdruckscharakter einfach stimmig sind.
Arrangement und Musikproduktion sind mitreißend und lebendig. Dass die Musik der Kinderstimme adäquat gesetzt ist, ohne sie zu unterfordern, oder dass mehrfach Zweistimmigkeit angeboten wird, ist genauso erfreulich, wie die Möglichkeit, einfach mal zu grölen, die es ebenfalls gibt.
Es werden vom Autor viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Aufführung des Musicals vorgestellt, sodass die Lehrkraft die Einstudierung ganz auf die Gruppe abstimmen kann. So kann das Musical choristisch mit Playbacks aufgeführt werden, aber auch wahlweise wiederum mit vielen Solisten.
Es können aber auch eigene Instrumente eingesetzt werden, besonders Blockflöten und Tin Whistles (daher „Musical mit Pfiff“!).
Dazu gibt es zu jedem einzelnen Lied auch noch weitere Gestaltungsvorschläge z. B. für Bewegungsgestaltung auf der Bühne.
Auch wenn man nicht das ganze Musical aufführen möchte, sondern nur ein paar Piratenlieder für eine Unterrichtseinheit zum Thema sucht, kann man hier fündig werden.
Drei der Piratenlieder finden sich auch in dem Heft „Musical-Hits für die Grundschule“, in dem Ausschnitte aus 19 bei FIDULA erschienenen Musicals oder Mini-Musicals vorgestellt werden, die einerseits einfach so funktionieren und andererseits Lust machen sollen auf das jeweilige Gesamtwerk.
Zu beiden Werken kann man zusätzliche Notendateien erwerben – so dass eine Loslösung von der Playback-CD leichter möglich wird.
(Rezension in „Grundschule Musik“ 1/2012)
Auch im hohen Norden von Deutschland ist man begeistert von diesem Musical, das bei uns in einem Wahlpflichtkurs mit Dritt- und Viertklässlern eingeübt wurde. Dank einem tollen Eltern-Engagement haben wir ein super Bühnenbild gezaubert, und die Kinder lieben die Crew um Käptn Danton. Ein Musical, das Jung und Alt begeistert und ganz viel Spaß beim Proben und Aufführen macht! Danke, Herr Schmittberger! Viele der Dialoge sind an unserer Schule schon zu 'geflügelten Worten' geworden: "Geflucht wird nicht ...", "Ich sage nur: hüpf-hüpf ...", "Bonjour Monsieur ...".
Wahrscheinlich funktioniert das Stück auch so gut, weil es mit Andreas Schmittberger ein Lehrer geschrieben hat, der selbst mal ein musikbegeisterter Schüler war und der folglich in der Lage ist, den Geschmack der Kinder von heute zu treffen. In der Handlung dümpeln Käpt’n Danton und seine Piraten in lauen Gewässern. Nichts zu tun, kein Schiff zu kapern, keine Beute zu machen. Vor Langeweile droht schon Meuterei – aber was ist das? Eine Flaschenpost! Schnell eingeholt und reingeschaut. Eine Schatzkarte!
Also macht sich die Crew der "Esmeralda", begleitet von ihren Gefangenen, Prinzessin Filomena und ihrer Gouvernante Donna Dolores, auf die Suche nach der geheimnisvollen Schatzinsel.
Es erwarten sie schreckliche Gefahren und einige Überraschungen. Dabei stellt sich heraus, dass die Piraten alle gar nicht so perfekte Helden sind. Der Käpt’n hat Angst vor der Dunkelheit, und der Erzähler tanzt gerne, was für einen echten Piraten (aus heutiger Sicht) natürlich selbst eher peinlich ist. Trotzdem finden die Männer am Ende nach einigen Wirrungen die Schatztruhe. Doch darin ist kein Geld, sondern in Zeiten von "DSDS" und "Supertalent" ein schmieriger Musikmanager. Der will die Piraten sofort unter Vertrag nehmen. Zu den "fairen" Bedingungen: "90 Prozent für mich, zehn Prozent für euch". Dann taucht noch ein Bruder von "Schnappi, dem kleinen Krokodil" auf, und kann vom großen Fressen abgehalten und zum Mitmachen bewegt werden.
Ein irgendwie verrücktes Ende der Story, doch sie passt in unsere schriller gewordene Medienwelt, die gerade im privaten Fernseh- und Musikbereich keine Grenzen mehr zu kennen scheint. Ein kleines Stück versteckte Gesellschaftskritik von Schmittberger also, der aus einer Zeit stammt, in der Schüler keine Handys zum Voten für ihre Castingshow-Favoriten besaßen.
(Besprechung vom 28.5.11)
Die Musik präsentiert sich als flotte Mischung aus Celtic-Folk, Riverdance, Filmmusik, Shanty-, Tango- und Reggae-Elementen. Trotzdem ist das Musical auch schon mit einfachen Mitteln aufführbar, z. B. mit einem einstimmigen Chor, der mit Klavier, Gitarre oder Akkordeon begleitet wird (Akkordsymbole zu den Liedern sind vorhanden). Durch perkussive Einlagen (z. B. mit Kastagnetten oder auch ungewöhnlichen Instrumenten wie Muschelschalen oder gekreuzten hölzernen Schwertern) kann die Wirkung einer Aufführung gesteigert werden. Zu den einzelnen Stücken erhält man in einem Einführungskapitel originelle Ideen zur musikalischen Gestaltung, für größere Besetzungen gibt die Begleit-CD einige Anregungen.
Klassen und musikalische Arbeitsgemeinschaften aus Kindern der 3. bis zur 7. Jahrgangsstufe können mit dieser Vorlage ein wirkungsvolles Musical auf die Bühne bringen.
(Seminarrektorin auf: www.regierung.oberbayern.bayern.de )