Autor: Mechthild von Schoenebeck
Mit hartem Ratten-Rap startet das engagierte Musical. Die Tiere sind wütend. „Blöde Kuh! Dicke Sau! Alter Esel!...“, was schimpfen die Kinder nicht tagtäglich! Damit haben die Tiere nichts zu tun! Sie wollen sich endlich zur Wehr setzen. Rache üben? Gleiches mit Gleichem vergelten? Die weise Eule Eulalia hält von all den Vorschlägen nichts. Doch sollen die Kinder ihre Lektion bekommen, müssen verstummt von dannen ziehen. Aber sind andererseits nicht die Kinder auch gut zu den Tieren, anders als die Erwachsenen, die nur an Nutzen von Fleisch, Fell und Leder denken? So soll der Zauber aufgehoben werden; dafür müssen die Kinder mit Liedern den wirklichen Charakter eines jeden Tieres beschreiben. Keine leichte Aufgabe! – Prall und vielfältig spielt das Musical mit vielerlei Stilelementen, darunter Volksmusik, Walzer- und Tangorhythmen, Zirkusmusik bis hin zum Rap. Die Interpretation bietet lebhaften Wechsel zwischen Dialogen und Songs aus Soli und Chor, zeigt sich mal derb mit handfesten Schimpfkanonaden, mal witzig, mal ruhig und gepflegt, ist immer gekonnt. Wie kraftvoll Musik, wie ausdrucksstark ihre Bilder und Botschaften sein können, zeigt sich in diesem Musical. – Für Schulaufführungen gibt es die Gesamtausgabe nebst Klavierbegleitung, Liederhefte und Playback-CD.
(Rezension in „Töne für Kinder“ Mai 2006)
Die im Kindermusiktheater theoretisch und praktisch äußerst erfahrene Verfasserin hat dieses Stück wie andere viel gespielte aus ihrer Feder auch für die interdisziplinäre Arbeit an der Schule konzipiert. Hier können sich nämlich der Musiklehrer und die Deutschlehrerin, der Kunstlehrer und die Sportlehrerin beteiligen. Das Stück bietet gleichzeitig Ansatzpunkte für den Sachkundeunterricht.
Für Schule und Musikschule, aber auch für die musikalische Ferienfreizeit dürfte die Einstudierung ein lohnendes Unterfangen sein.
(Rezension in „Üben & Musizieren“ Heft 2, 2002)
Das Werk ist für die Zielgruppe (3. und 4. Schuljahr) in Text und Musik ideal ausgelotet, musikalisch wie textlich werden ausgetretene Pfade gemieden. Es wäre Grundschulen zu wünschen, dass sie sich für ein solches Projekt erwärmen können. Teilweise singen die Kinder bekannte Melodien, von Kinderliedern bis hin zu Zitaten aus Mozart-Opern. Das ist wahrscheinlich sinnvoller als um jeden Preis nach einer neuen Melodie zu suchen.
(Ausgabe 7/8 2002)
Eine Gruppe Kinder streitet auf dem Schulhof. Dabei fallen die üblichen Schimpfwörter wie „dumme Kuh“, „Kamel“ oder „alter Esel“. Ratte Rasko wird auf der Suche nach Essbarem Ohrenzeuge. Empört läuft sie zu den betroffenen Tieren, berichtet von dem Schimpfkanonade und stachelt sie zur Gegenwehr an. Die Tiere halten Rat, um Vorschläge für eine Gegenstrategie zu sammeln. Die weise Eule Eulalia wird zu Hilfe gerufen. Sie hat schließlich einen raffinierten Plan, bei dem ein Zauber und das Lachen eine große Rolle spielen. Natürlich führt er zum Happy End.
Das Stück (Ort der Handlung: Schulhof und Weide) eignet sich besonders für fächerübergreifende Projekte: Musik, Deutsch, Kunst, Sport und Sachunterricht können hier zusammenwirken, wobei die Sprachförderung im Vordergrund steht und Kinder verschiedenster sprachlicher Herkunft integriert. Durch nonverbale Kommunikation in Pantomime und Tanz besteht die Möglichkeit, alle Kinder einzubeziehen. Das Rollenspektrum umfasst verschiedene Schwierigkeitsgrade. Zielgruppe: 3./4. Schuljahr, Besetzung: Orchester – Klavier, Gitarre, Flöte, andere Melodieinstrumente, Schlagzeug; Gesangsrollen: 12 Tiere und beliebig viele Kinder; Chor: einstimmig; Aufführungsdauer: zirka 60 Minuten. Songs und Dialoge wechseln, die Texte sind kurz, die einfach gesetzte, überwiegend akkordische Begleitung (wenig Vorzeichen!) ist gut zu bewältigen, wenn auch zum Teil etwas kniffliger rhythmisiert (4/4-Takt ist u.a. aufgeteilt in 3/8 + 3/8 +2/8).
Minimale Regieanweisungen lassen genug Freiraum in der Gestaltung, die auf vorhandene Instrumente, Spieler, Fähigkeiten, Talente, aber auch auf Dekoration und individuelle Umsetzungswünsche abgestimmt werden kann. Natürlich winkt als pädagogisches Ziel Verständnis für die Umwelt, für tierische Verhaltensweisen und Eigenschaften, mit viel Humor und ganz ohne den strengen Zeigefinger.
(Rezension in nmz „neue musik zeitung“ XII/2001 )
Ein witzig-spritziges Stück. Die Teilnehmer haben viele Möglichkeiten, ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen mit einzubringen. Das beginnt bei den Rollen und geht bis zur Szenengestaltung. Und man kann sehr gut die Zuschauer mit einbinden.
In diesem Hörspiel wird gesprochen und gesungen, gerappt und gerockt, stehen Nachdenkliches, Schimpfkanonaden, Lyrik und derber Spott nebeneinander. Der Text kommt locker daher: in einer Jugendlichen- und Alltagssprache, witzig, oft Schlag auf Schlag, manchmal auch melodramatisch, die Instrumente nur im Hintergrund, oder songhaft-nachdenklich. Schade, dass man nicht alle Wörter gleich auf Anhieb versteht, besonders, wenn die Tiere sprechen! Doch getroffen sind Charaktere und Sprachklang allemal.
Auch in der Musik herrscht erfrischende Vielfalt: Die vielen schmissigen, sprachbetonten Songs, schwungvoll vom Chor und den Solisten gesungen, wechseln inhaltsgemäß in Stil und – gesampelter – Instrumentalbegleitung.
Das Hörspiel ist nicht nur dramaturgisch und musikalisch gut gemacht. Es hat auch seine Botschaft: Es entwickelt Sensibilität für Tiere und für den Umgang miteinander. Wenn die Kinder zur Stummheit verdammt werden, setzt schon Betroffenheit ein und man überlegt: Geht’s nicht auch ohne Pöbeln und ohne Kampfgeschrei?
(Rezension in "Grundschule", September 2005)